17. Juni 2018

Rezension: Die Wölfe von Mercy Falls (II)


Dies ist die Geschichte eines Jungen, der ein Wolf war, und eines Mädchens, das zu einem wurde.


Titel:

Ruht das Licht

Originaltitel:

Linger

Autor:

Maggie Stiefvater

Genre:

Fantasy, Romantasy

Ausgabe:

Deutsches Hardcover (vergriffen, es wird nur noch als Taschenbuch verkauft)

Seiten:

398

Preis:

9,95 €

Erschienen:

01.09.2011

Verlag:


Klappentext:

Obwohl alles verloren schien, ist Sam zu Grace zurückgekehrt. Er hat den Wolf in sich besiegt und jetzt liegt ein ganzes Leben in seiner Menschengestalt vor ihm. Doch nun ist es Grace, deren Zukunft ungewiss erscheint. Sie, die sich ihrer menschlichen Gestalt immer so sicher war, hört nachts die Stimmen der Wölfe und weiß: Sie rufen nach ihr.

Wogegen Grace sich mit aller Macht wehrt, wäre Cole hochwillkommen. Cole wünscht sich nur eines: Vergessen. Vergessen, was er ist. Vergessen, was er getan hat.
Die Wolfshaut ist seine Zuflucht. Doch trotz der eisigen Kälte gelingt es ihm nicht, die Wolfsgestalt dauerhaft anzunehmen.

Als Coles Vergangenheit ihn einholt und sich immer mehr neugierige Augen auf die Wölfe richten, muss Sam zusehen, wie seine Welt zerbricht: Das Rudel schwebt in größter Gefahr und Grace hält nur noch die Liebe zu ihm in ihrem menschlichen Leben. Sam ahnt, dass der Wolf in ihr eines Tages siegen wird.

Meinung:

Ich persönlich finde den zweiten Band nicht ganz so gut wie den ersten. Zwar hat es immernoch viel Spaß gemacht, ihn zu lesen, und weder die Charaktere noch der Schreibstil haben ihr Niveau abgebaut, aber irgendwie kam das ganze Buch mir wie ein einziges, langgezogenes Warten vor.
Vom Anfang bis zum Ende ist die wichtigste Frage: Wann verwandelt Grace sich? Natürlich stellen sich noch ein paar andere Fragen, zum Beispiel, was aus dem Rudel wird oder wie es mit Cole weitergeht (und ob Beck zurückkommt oder Wolf bleibt).
Aber schon im ersten Satz des Buches wird klar, dass Grace sich verwandelt.
Auch die ganzen Perspektivenwechsel erscheinen mir zunächst ein wenig unnötig: Das Sam und Grace sich abwechseln kennen wir schon und es ist absolut logisch, dass bei den ganzen Verwandlungen in Wölfe zwei Sichten notwendig sind, aber warum ist Ruht das Licht zum Teil aus Coles Sicht geschrieben? Wirklich notwendig war das eigentlich nicht, außer vielleicht um seine Vergangenheit als NARKOTIKA zu erläutern, aber dafür hätte es auch andere Möglichkeiten gegeben, oder um die Sympathie der Leser zu gewinnen. Nach ein paar Kapiteln aus seiner Sicht habe ich angefangen, ihn echt zu mögen. Also, nicht den Ich-bin-ein-Star-Cole, sondern den echten, verletzlichen, gebrochenen Cole .
Ähnliches gilt für Isabels Sicht, obwohl sie schon wichig ist, um Graces Zustand zu beschreiben, wenn Sam nicht da ist.
Zusammengefasst erscheint es mir fast so, als wäre Ruht das Licht nur der Übergang von Nach dem Sommer zu In deinen Augen, was mich echt neugierig macht.
Zum Schluss möchte ich aber trotzdem noch einmal ein paar gute Aspekte betonen.
Und zwar finde ich die Charaktere nach wie vor wirklich gut gestaltet, stellenweise denkt Grace über Seiten an Sam nach, die mit der Handlung direkt nichts zu tun haben, sondern viel mehr mit Sams Art, was ich wirklich toll finde, weil es die beiden viel realistischer wirken lässt. Auch Cole finde ich (wie schon gesagt) echt klasse, auch wenn ich mich erst an ihn gewöhnen musste.

Fazit:

Ruht das Licht ist nicht ganz so gut wie sein Vorgänger, bleibt aber dennoch sehr fesselnd und baut ein unheimliches Potential für das Finale auf.
Ich vergebe 3 von 5 Papierkranichen.

Ich lasse nicht zu, dass dies zu meinem Abschied wird. Ich habe tausend Erinnerungen von Grace und mir zu Papierkranichen gefaltet und das hier ist mein Wunsch.

Ich finde ein Heilmittel. Und dann finde ich Grace.


~Pauline

13. Juni 2018

Rezension: Die Wölfe von Mercy Falls (I)


„Einen glücklichen Tag, für jedes fallende Blatt das man fängt.“ Seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern.


Titel:

Nach dem Sommer

Originaltitel:

Shiver

Autor:

Maggie Stiefvater

Genre:

Fantasy, Romantasy

Ausgabe:

Deutsches Hardcover (vergriffen, es wird nur noch als Taschenbuch verkauft)

Seiten:

421

Preis:

9,95 € (für das TB)

Erschienen:

10.03.2014

Verlag:


Klappentext:

Jeden Winter wartet Grace darauf, dass die Wölfe nach Mercy Falls zurückkehren – und mit ihnen der Wolf mit den goldenen Augen. Ihr Wolf.
Ganz in der Nähe und doch unerreichbar, lebt Sam ein zerrissenes Leben: In der Geborgenheit seines Wolfsrudels trotzt er Eis, Kälte und Schnee, bis die Wärme des Sommers ihn von seiner Wolfsgestalt befreit.
Es ist September, als Grace und Sam sich verlieben. Doch jeder Tag, der vergeht, bringt den Winter näher – und mit ihm den endgültigen Abschied.

Meinung:

Wenn es um Maggie Stiefvater geht, scheinen die Meinungen auf Bookstagram gespalten zu sein. Ich habe immer wieder gelesen, dass jemand Probleme mit ihrem Schreibstil hatte oder nicht richtig ins Buch reinkam.
Deswegen war ich am Anfang ein wenig skeptisch, aber weil ich Nach dem Sommer schon seit Jahren lesen wollte, es im Internet super Bewertungen hatte und es bei Thalia im Angebot war, habe ich ihm dann doch eine Chance gegeben – und bin echt froh darüber!
Ich hatte mit ihrem Schreibstil überhaupt keine Probleme. Im Gegenteil, das er fesselt und lässt sich locker und schnell lesen.
Allerdings bleibt der Schreibstil auch bei Perspektivenwechseln gleich, was an sich ja nicht wirklich schlimm ist. Es passiert dann nur hin und wieder, wenn man den Namen überliest, dass man erst ziemlich spät merkt, aus wessen Sicht das Buch gerade geschrieben ist, zum Beispiel wenn ein Name genannt wird oder der Charakter über seine Vorlieben spricht.
In dieser Hinsicht sind Grace und Sam nämlich grundverschieden: Grace ist bodenständiger, sie interessiert sich nur für Fakten, wogegen Sam mehr für Musik und Lyrik übrig hat, was Grace wiederum nicht wirklich verstehen kann.
Aber auch die anderen Charaktere sind wirklich gut gelungen, vor allem Beck. Ich mochte ihn schon, bevor er das erste Mal aufgekreuzt ist – worüber ich mich echt gefreut habe.
Das ist bei Isabel oder zum Beispiel Jack nicht ganz so ausgeprägt, ich meine, klar habe ich eine Art Abneigung gegen Jack entwickelt, und auch ein Bisschen Mitleid mit ihm, und klar finde ich Rachel ganz lustig, aber ich finde trotzdem, dass Beck von allen Nebencharakteren am besten gelungen ist.
(Kurze Anmerkung am Rande: Ich. Will. Ein. Buch. Über. Sams. Kindheit!)
Den Plot des Buches finde ich wirklich gut: Ersteinmal sind die Werwölfe mal etwas anderes, weil sie sich nicht bei Vollmond sondern im Winter verwandeln, und weil sie nach ein paar Wintern einfach ein Wolf bleiben und nicht mehr Mensch werden.
Außerdem ist die Geschichte an sich einfach fesselnd: Grace beobachtet die Wölfe, seit sie ein Kind ist, Jahr um Jahr, bis sie Sam schließlich als Menschen trifft und sich in ihn verliebt. Ich meine, das Buch bleibt dadurch schon ziemlich vorhersehbar, aber es überrascht trotzdem mit ein paar unerwarteten Wendungen.

Fazit:

Nach dem Sommer ist luftig und flüssig zu lesen, aber nicht übertrieben klischeehaft oder kitschig.
Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

Ich schaute mir das Foto an, das sie mir hinhielt. Ein Wolf blickte mich daraus an, mit meinen Augen. Ruhig stand er im Wald und die Sonne ließ die Ränder seines Fells aufleuchten.


 ~Pauline

6. Juni 2018

Rezension: Nevernight (II)


Der Himmel gewährt uns nur ein einziges Leben, aber durch Bücher erleben wir Tausende.


Titel:

Nevernight – Das Spiel

Originaltitel:

Godsgrave

Autor:

Jay Kristoff

Genre:

(Heroisches) Fantasy

Ausgabe:

Deutsches Hardcover

Seiten:

704

Preis:

€ 22,90

Erschienen:

25. April 2018

Verlag:


Inhalt:

Mia hat ihre Ausbildung bei der Roten Kirche absolviert und wurde von Lord Cassius persönlich zu einer Klinge der Schwarzen Mutter gesalbt, nachdem sie die Kirche unter Einsatz ihres Lebens vor Remus und seinen Iluminnatii gerettet hat, denen durch den Verrat von Ashlinn Järnheim die Tore zum Stillen Berg offenstanden.
Doch obwohl es ihr dabei gelang, Justicus Remus zu töten sind noch immer zwei der Mörder ihres Vaters am Leben: Konsul Scaeva und Kardinal Duomo.
Um nach sieben Jahren endlich ihre heiß ersehnte Rache zu nehmen, schmiedet sie einen riskanten Plan:
Sie lässt sich von Sklavenhändlern fangen und an einen der zahlreichen Gladiatorenställe verkaufen, um sich einen Platz im Venatus Magni zu sichern, dessen Gewinner einen goldenen Lorbeerkranz und die Freiheit des Aa erhalten – überreicht von Scaeva und Duomo, der aufgrund einer Legende nur in Lumpen gehüllt sein wird und dementsprechend keine Dreieinigkeit tragen wird.
Doch um das Magni zu gewinnen muss Mia sich zunächt in einer langen Reihe von Kämpfen hervortun, von denen einer gefährlicher ist als der andere.
Doch was ist gefährlicher: Blutige Kämpfe gegen weit überlegene Gegner oder das Vertrauen in Verräter?

Meinung:

Auch wenn der zweite Band sich inhaltlich komplett vom ersten unterscheidet, bleibt der Schreibstil doch der Gleiche.
Er ist sehr fesselnd geschrieben und lockert die Stimmung zwischendurch immer wieder mit meist ironischen Kommentaren auf.
In diesem Band gibt es etwas weniger Fußnoten, die geschickter Platziert sind, sodass sie den Lesefluss dieses Mal nicht unterbrechen.
Die Charaktere werden fast komplett ersetzt, von unseren Bekannten spielen eigentlich nur noch Mia, Herr Freundlich, Eclipse und Ashlinn eine größere Rolle, auch wenn die anderen natürlich noch erwähnt werden.
Mia bleibt auch in diesem Band noch Mia, auch wenn ich sie immernoch als das Mädchen vom Anfang vor Augen habe, und nicht als Marielles Schönheit.
Was mich in diesem Band ein bisschen stört, ist, dass sie irgendwann beginnt, Trics Tod als mehr oder weniger unwichtig zu betrachten.
Objektiv betrachtet hat sie ihn nun einmal verarbeitet und muss ihr Leben weiter führen. Außerdem hat sie mehr als genug betont, dass sie ihn nicht geliebt hat, aber trotzdem… Trotzdem habe ich die beiden so richtig geshippt und erwartet, dass Tric auf einmal doch noch auftaucht und Mia sich ihre Gefühle für ihn eingesteht.
(Was gar nicht so unlogisch ist – wir haben Trics Leiche nie gesehen!)
Aber ich weiß natürlich auch, dass das irgendwie unrealistisch ist (und dass Jay Kristoff keine Happy Ends mag…)
Auch wenn es mir also nicht gefällt, ist das ganze genau und logisch ausgefeilt.
Wirklich nennenswert finde ich jetzt noch die Gladiatii. Auch wenn dem Leser auf einmal ein ganzer Haufen neuer Charaktere vorgestellt wird verliert man eigentlich nie den Überblick, außer vielleicht Bryn und Byern, aber die sind ja auch Zwillinge…
Jedenfalls besteht dieser Haufen aus einer Menge einzigartigen Charakteren: dem Metzger, der ziemlich fies ist, Sidonius, der sich für unglaublich toll hält, der klugen Klingensängerin und all den anderen, die den Falken des Remus angehören.
Aber auch wenn der Schreibstil und die Charaktere das Niveau des ersten Bandes halten, schafft der Plot das nicht. Mias Geschichte lässt sich bis zum Ende hin vorhersagen. Es gibt nur ein paar kleinere Überraschungen, zum Beispiel weitere dunkelinn, aber keine großen Wendungen wie im ersten Teil, als Mia zum Beispiel durch ihre Prüfung gefallen ist, zumindest nicht vor den letzten zehn Seiten.
Dafür weist das Ende des Buches auf ein wirklich einzigartiges Reihenfinale hin, ich sag nur: Die Krone des Mondes.

Fazit:

Das Buch hat einen wirklich fesselnden Schreibstil, gute Charaktere und eine in den Grundzügen gute Geschichte, die aber leider zu vorhersehbar ist, und die es nicht schafft, sich von der Menge der „Wettkampf-Geschichten“ abzuheben.
(Meine Lieben, das gilt nur für diesen Band! Wie gesagt, ich glaube, dass das Finale spektakulär wird.)
Darum vergebe ich 3 von 5 Sternen, auch wenn mir das etwas schwerfällt.

Der Wolf hat kein Mitleid mit dem Lamm.

Der Sturm bittet die Ertrinkenden nicht um Vergebung.

 - Mantra der Roten Kirche


~Pauline

27. Mai 2018

Rezension: Nevernight (I)


Eine Klinge der Mutter muss so still sein wie Sternenlicht auf der Wange eines schlafenden Säuglings.


Titel:

Nevernight – Die Prüfung

Originaltitel:

Nevernight

Autor:

Jay Kristoff

Genre:

(Epische) Fantasy

Ausgabe:

Deutsches Hardcover

Seiten:

704

Preis:

22,99 €

Erschienen:

September 2017

Verlag:

FISCHER Tor

Inhalt:


In einer Welt mit drei Sonnen,
in einer Stadt, gebaut auf dem Grab eines toten Gottes,
sinnt eine junge Frau, die mit den Schatten sprechen kann, auf Rache.

Mia Corvere kennt nur ein Ziel: Rache. Als sie noch ein kleines Mädchen war, haben einige mächtige Männer des Reiches – Francesco Duomo, Justicus Remus, Julius Scaeva – ihren Vater als Verräter an der Itreyanischen Republik hinrichten und ihre Mutter einkerkern lassen. Mia selbst entkam den Häschern nur knapp und wurde vom alten Mercurio großgezogen, einem Antiquitätenhändler. Mercurio ist jedoch kein gewöhnlicher Bürger der Republik, er bildet Attentäter für einen Assassinenorden aus, die »Rote Kirche«. Und Mia ist auch kein gewöhnliches Kind, sie ist eine Dunkelinn: Seit der Nacht, in der ihre Familie zerstört wurde, wird sie von einer Katze begleitet, die in ihrem Schatten lebt und sich von ihren Ängsten nährt. Mercurio bringt Mia vieles bei, doch um ihre Ausbildung abzuschließen, muss sie sich auf den Weg zur geheimen Enklave der »Roten Kirche« machen, wo sie eine gefährliche Prüfung erwartet …

Meinung:

Wie immer zuerst meine Meinung zum Plot: Ich liebe ihn! Ein bisschen erinnert es mich an Das Lied des Blutes von Anthony Ryan, aber auf eine positive Art. Natürlich ist eigentlich von Anfang an klar, dass Mia eine der vier Klingen sein wird, aber man fragt sich stattdessen, wer die anderen drei sein werden. Tric, Ash und Lotty? Das wäre zu einfach. Tric, Ash und Jessamin? Schon eher. Aber was ist mit Husch? Oder Diamo? Und was ist mit Osrik?
Auch wenn man Mias Zukunft relativ gut vorhersehen kann – sie wird eine der vier Klingen, kehrt nach Gottesgrab zurück und tötet dort Scaeva, Remus und Duomo, und verbringt den Rest ihres Lebens als Klinge der roten Kirche – bleibt das Buch also spannend.
Das liegt zum einen an einigen Wendungen, die trotz allem unerwartet sind, und zum anderen am Schreibstil, der Mias Geschichte stellenweise mit viel Humor, an anderen Stellen auf eine richtig coole, epische Art („Vielleicht hätte ihr all das auffallen können, bevor es zu spät war. Aber da war es schon zu spät.“) erzählt.
Auch die vielen Fußnoten finde ich an sich toll, die Hintergrundgeschichten zu manchen der Ereignisse sind echt witzig, aber die ewig langen Lexikonartikel über König Francisco XY können einen schon etwas aus dem Konzept bringen, besonders dann, wenn die Fußnote auf der nächsten Seite fortgesetzt wird und man anschließend wieder zurückblättern muss.
Kommen wir zu den Charakteren. Ich finde, dass die Charaktere unglaublich gut gelungen sind. Mir gefällt sehr, wie vielseitig Mia ist. Sie ist nicht einfach nur eine kaltblütige Mörderin, sonder eben auch ein Mädchen, das manchmal ein ziemlich weiches Herz hat oder sich fürchtet… Das wird schon innerhalb des ersten Kapitels klar, während zwei vollkommen unterschiedliche Szenen häppchenweise erzählt werden.
Bei Tric ist das etwas anders: Das ganze Buch über scheint er ein sehr warmherziger Mensch zu sein, der nur szenenweise den brutalen Assassinen zeigt.
So richtig in das Buch hineinversetzen kann man sich nur in manchen der Szenen, andere wirken dagegen fast schon emotionslos. Zwar bleibt das Buch die ganze Zeit über fesselnd, aber irgendwie entsteht eine gewisse Distanz zu der Handlung, die nur hin und wieder gebrochen wird. Mir persönlich kommt es so vor, als wären die meisten Gefühle (der Charaktere) einfach weggelassen worden, einerseits logisch, weil die Geschichte ja von einem Außenstehenden erzählt wird (der zumindest nicht Mia ist, mehr weiß ich noch nicht), aber andererseits gehören die genauen Gefühle des Hauptcharakters für mich fast so sehr zur Geschichte, wie die Beschreibung der Umgebung.

Fazit:

Der Auftakt der Reihe rund um Mia Corvere und die Rote Kirche ist wirklich gelungen und macht auf jeden Fall gespannt auf den nächsten Band.
Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Das Mädchen fühlte die Worte tief in der Brust. In diesem tiefsten, dunkelsten Ort, wo die Hoffnung, die Kinder noch atmen und Erwachsene betrauern, verdorrte und zerfiel, um wie Asche vom Wind davon getragen zu werden.


~Pauline

12. März 2018

Rezension: Das Reich der sieben Höfe (III)

Die beiden zerbrochenen Pinselteile hielt ich in den Händen  vor mich hin, und einen Moment lang durchdrang mein Blick den Verschleierungszauber, der die Tätowierung auf meiner rechten Hand und meinem Unterarm verbarg.

Das Zeichen meines wahren Herzens. Meines wahren Titels.

High Lady des Hofs der Nacht.


Titel:

Das Reich der sieben Höfe - Sterne und Schwerter

Originaltitel:

A Court of Wings and Ruin

Autor:

Sarah J. Maas

Genre:

Fantasy, Romantasy

Ausgabe:

Deutsches Hardcover

Seiten:

745

Preis:

21,95 €

Erschienen:

09.03.2018

Verlag:

dtv 
Hier kommt ihr zum Buch :)

Inhalt:

»Ich kenne dich in- und auswendig, Rhys. Und es gibt nichts, was ich nicht an dir liebe – mit jeder Faser meines Seins.«
Feyre hat ihren Seelengefährten gefunden. Doch es ist nicht Tamlin, sondern Rhys. Trotzdem kehrt sie an den Frühlingshof zurück, um mehr über Tamlins Pläne herauszufinden. Er ist auf einen gefährlichen Handel mit dem König von Hybern eingegangen und der will nur eins – Krieg. Feyre lässt sich damit auf ein gefährliches Doppelspiel ein, denn niemand darf von ihrer Verbindung zu Rhys erfahren. Eine Unachtsamkeit würde den sicheren Untergang nicht nur für Feyre, sondern für ganz Prythian bedeuten. Doch wie lange kann sie ihre Absichten geheim halten, wenn es Wesen gibt, die mühelos in Feyres Gedanken eindringen können?

Meinung:

Vermutlich reicht es, wenn ich sage, dass auch der dritte Band ein absolutes Sarah J. Maas Buch ist - zumindest für diejenigen, die schon mal eins ihrer Bücher gelesen hat.
Ihr Schreibstil ist einfach nur großartig. Wahrscheinlich könnte sie sogar ihre Einkaufslisten so fesselnd schreiben, dass man sie nicht aus der Hand legen kann (jap, das war eine Anspielung auf Das Schicksal ist ein mieser Verräter ;D ). Spaß beiseite, auch die "langweiligen" Teile des Buches sind so gut geschrieben, dass man es nicht aus der Hand legen kann.
Aber nicht nur der Schreibstil fesselt, sondern auch die Geschichte selbst. Mit jeder vergangenen Seite möchte man mehr wissen, wie Prythians Zukunft aussieht, was aus den sieben Höfen wird, ob Hybern besiegt werden kann.
Was aus den Charakteren wird, die man während der Reihe so sehr ins Herz geschlossen hat - so sehr, dass ich an einer Stelle allein schon beim Gedanken daran, was passieren könnte, angefangen habe zu heulen, und das, obwohl ich bei Büchern fast nie heule.
Aber diese Charaktere, Rhysand, Cassian und Azriel, Feyre, Mor und sogar Amren sind mir so ans Herz gewachsen, als wären sie reale Personen.
Sie sind so plastisch gestaltet, dass man das Gefühl hat, man würde sie in- und auswendig kennen, aber dann ändert die Situation sich und der Charakter zeigt eine andere Seite von sich.
Ich habe es gerade schon einmal erwähnt, aber die Spannung wird hauptsächlich vom Schreibstil getragen, durch die Handlungen wird sie nur an sehr bedeutsamen Stellen gesteigert, die daraufhin aber auch im Gedächtnis des Lesers bleiben.
Auch sehr gut finde ich, dass das Buch nicht mit einem nervigen "Was zuletzt geschah"-Rückblick beginnt, aber trotzdem, häppchenweise und unbemerkt, das wichtigste noch einmal wiederholt wird.
Ansonsten habe ich aber auch nichts mehr zu den Rezensionen der beiden Vorgänger hinzuzufügen, außer vielleicht, dass ich Rhysand einfach liebe. Das kann nicht oft genug gesagt werden (obwohl er das niemals hören darf... xD) Und dass ich Cassian und Azriel liebe, und Mor und  Amren, und Lucien, und Feyre, Nesta und Elain (was ich ja schon erwähnt habe). Und sogar Jurian, weil er einfach cool ist.

Fazit:

Das Reich der sieben Höfe - Sterne und Schwerter verdient einen ganzen Nachthimmel an Sternen.
Aber ich vergebe ja maximal fünf - und die hat es sich verdient. 

Auf die Sterne, die zuhören - und die Träume, die wahr werden.


~Pauline