1. November 2017

Rezension: Rebell (II)

Und dann sagt er die vier Worte, von denen ich mir sicher war, dass er nicht fähig ist, sie jemals auszusprechen. "Es tut mir leid." 


(Original-)Titel:

Rebell - Gläserne Stille

Autor:

Mirjam H. Hüberli

Genre:

Fantasy, Romantasy

Erschienen:

2017

Verlag:

Drachenmond Verlag 

Inhalt:

Augen. Gespiegelt mit Bildern. Seelen. Verbunden über Dimensionen. Spiegel. Gezeichnet mit Kronen. Herz. Verloren zwischen den Welten. Glück. Gefangen im gläsernen Nichts.
Immer noch in der Spiegelwelt gefangen, führt mich kein Kronenspiegel und kein Portal zurück zur Erdendimension. Innerhalb eines Wimpernschlags wird der arrogante und zugleich mysteriöse Rebell an meiner Seite zu einem unverzichtbaren Begleiter.
Bo verbirgt noch ein Geheimnis, das ihn zu meinem einzigen Verbündeten macht - und das mich in tödliche Gefahr bringt. Es gibt einen Grund, weshalb ich, Willow Parker, kein Spiegelbild in meinen Augen trage.

Meinung:

Auch wenn Band 1 schon wahnsinnig gut war, setzt Band 2 noch einen obendrauf. Der Schreibstil bleibt genauso gut wie in Gläserner Zorn, flüssig und fesselnd, und bringt weiterhin Willows persönliche Erzählweise sehr gut zur Geltung, was man wieder daran erkennt, dass sie sich sehr von Bos (der seine Meinung wieder im Epilog deutlich machen darf) oder Nivens  (der im Prolog seinen ersten Solo-Auftritt hat) unterscheidet. Genauer gesagt: Willow verwendet meistens längere Sätze, die das komplette Treiben in ihrem Kopf widerspiegeln, sowie moderne Begriffe, die in unserer Welt zum Alltag gehören. Bo dagegen gewährt keinen so tiefen Einblick in seine Kopf, er formuliert seine Sätze ein klein bisschen einfacher (Willow hat wohl eine Schwäche für Einschübe) und drückt sich manchmal sogar etwas poetisch aus. Im Vergleich dazu drückt Niven sich mit kürzeren, fast schon abgehackten Sätzen aus, was allerdings auch an seinem nicht ganz so guten Zustand liegen kann.
Genau wie im ersten Band hält Mirjam die Spannung nur so lange aufrecht, wie sie sie wirklich braucht, was diese Momente sehr in Szene setzt. Den Rest lockert sie durch Witze in Willows Gedanken oder Handeln auf. Außerdem versucht sie in diesen Band an einer Stelle etwas gruselig wirken zu lassen, was ihr echt gelingt (Ich sag nur: Schrottplatz, Nebel, huschende Schatten und etwas, das Willows Bein berührt.)
Willow hat zwischen den beiden Bänden kaum Veränderungen durchgemacht - sie ist zwar nicht mehr die Willow, die auf dem Unigang mit Noah geflirtet hat, sie ist mutiger geworden, lernt langsam, anderen zu vertrauen und lernt sich selbst von einer Seite kennen, von deren Existenz sie gar nichts wusste. Aber auf der anderen Seite verhält sie sich fast wie früher: Sie hasst es, wenn alle außer ihr etwas wissen, Bos Art treibt sie ziemlich oft auf die Palme und sie verspürt den dringenden Wunsch zu helfen.
Bo zeigt immer öfter seine wahre Seite, sein tief vergrabenes Ich. Doch sobald ihm bewusst wird, dass er seinen Abwehrwall fallen gelassen hat stößt er Willow von sich weg.
Das Prinzip der der Paralleluniversen wird außerdem immer einzigartiger, die Loge, die weltenübergreifend zusammen arbeitet, der Grundriss von Vella, das Prinzip der Chips.
Kleines Plus: Die Anspielungen auf andere Bücher / Filme, die Willow gelesen / gesehen hat machen ihre Erzählung noch realistischer. Willow ist sich noch gar nicht bewusst, dass sie der Inhalt eines Fantasybuches ist, sie vergleicht die Landschaften mit denen von Fantasy- oder Disneyfilmen.

Fazit:

Hunderte kleine Details lassen das Buch unglaublich realistisch erscheinen - so realistisch, dass sich mir die Frage aufdrängt, ob Willow nicht in Wahrheit Mirjam heißt?
Ich vergebe 5 von 5 Sternen (auch wenn ich viel lieber 6 vergeben würde)

Folge der Stimme deines Herzens, Willow...


~Pauline 

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