6. Juni 2018

Rezension: Nevernight (II)


Der Himmel gewährt uns nur ein einziges Leben, aber durch Bücher erleben wir Tausende.


Titel:

Nevernight – Das Spiel

Originaltitel:

Godsgrave

Autor:

Jay Kristoff

Genre:

(Heroisches) Fantasy

Ausgabe:

Deutsches Hardcover

Seiten:

704

Preis:

€ 22,90

Erschienen:

25. April 2018

Verlag:


Inhalt:

Mia hat ihre Ausbildung bei der Roten Kirche absolviert und wurde von Lord Cassius persönlich zu einer Klinge der Schwarzen Mutter gesalbt, nachdem sie die Kirche unter Einsatz ihres Lebens vor Remus und seinen Iluminnatii gerettet hat, denen durch den Verrat von Ashlinn Järnheim die Tore zum Stillen Berg offenstanden.
Doch obwohl es ihr dabei gelang, Justicus Remus zu töten sind noch immer zwei der Mörder ihres Vaters am Leben: Konsul Scaeva und Kardinal Duomo.
Um nach sieben Jahren endlich ihre heiß ersehnte Rache zu nehmen, schmiedet sie einen riskanten Plan:
Sie lässt sich von Sklavenhändlern fangen und an einen der zahlreichen Gladiatorenställe verkaufen, um sich einen Platz im Venatus Magni zu sichern, dessen Gewinner einen goldenen Lorbeerkranz und die Freiheit des Aa erhalten – überreicht von Scaeva und Duomo, der aufgrund einer Legende nur in Lumpen gehüllt sein wird und dementsprechend keine Dreieinigkeit tragen wird.
Doch um das Magni zu gewinnen muss Mia sich zunächt in einer langen Reihe von Kämpfen hervortun, von denen einer gefährlicher ist als der andere.
Doch was ist gefährlicher: Blutige Kämpfe gegen weit überlegene Gegner oder das Vertrauen in Verräter?

Meinung:

Auch wenn der zweite Band sich inhaltlich komplett vom ersten unterscheidet, bleibt der Schreibstil doch der Gleiche.
Er ist sehr fesselnd geschrieben und lockert die Stimmung zwischendurch immer wieder mit meist ironischen Kommentaren auf.
In diesem Band gibt es etwas weniger Fußnoten, die geschickter Platziert sind, sodass sie den Lesefluss dieses Mal nicht unterbrechen.
Die Charaktere werden fast komplett ersetzt, von unseren Bekannten spielen eigentlich nur noch Mia, Herr Freundlich, Eclipse und Ashlinn eine größere Rolle, auch wenn die anderen natürlich noch erwähnt werden.
Mia bleibt auch in diesem Band noch Mia, auch wenn ich sie immernoch als das Mädchen vom Anfang vor Augen habe, und nicht als Marielles Schönheit.
Was mich in diesem Band ein bisschen stört, ist, dass sie irgendwann beginnt, Trics Tod als mehr oder weniger unwichtig zu betrachten.
Objektiv betrachtet hat sie ihn nun einmal verarbeitet und muss ihr Leben weiter führen. Außerdem hat sie mehr als genug betont, dass sie ihn nicht geliebt hat, aber trotzdem… Trotzdem habe ich die beiden so richtig geshippt und erwartet, dass Tric auf einmal doch noch auftaucht und Mia sich ihre Gefühle für ihn eingesteht.
(Was gar nicht so unlogisch ist – wir haben Trics Leiche nie gesehen!)
Aber ich weiß natürlich auch, dass das irgendwie unrealistisch ist (und dass Jay Kristoff keine Happy Ends mag…)
Auch wenn es mir also nicht gefällt, ist das ganze genau und logisch ausgefeilt.
Wirklich nennenswert finde ich jetzt noch die Gladiatii. Auch wenn dem Leser auf einmal ein ganzer Haufen neuer Charaktere vorgestellt wird verliert man eigentlich nie den Überblick, außer vielleicht Bryn und Byern, aber die sind ja auch Zwillinge…
Jedenfalls besteht dieser Haufen aus einer Menge einzigartigen Charakteren: dem Metzger, der ziemlich fies ist, Sidonius, der sich für unglaublich toll hält, der klugen Klingensängerin und all den anderen, die den Falken des Remus angehören.
Aber auch wenn der Schreibstil und die Charaktere das Niveau des ersten Bandes halten, schafft der Plot das nicht. Mias Geschichte lässt sich bis zum Ende hin vorhersagen. Es gibt nur ein paar kleinere Überraschungen, zum Beispiel weitere dunkelinn, aber keine großen Wendungen wie im ersten Teil, als Mia zum Beispiel durch ihre Prüfung gefallen ist, zumindest nicht vor den letzten zehn Seiten.
Dafür weist das Ende des Buches auf ein wirklich einzigartiges Reihenfinale hin, ich sag nur: Die Krone des Mondes.

Fazit:

Das Buch hat einen wirklich fesselnden Schreibstil, gute Charaktere und eine in den Grundzügen gute Geschichte, die aber leider zu vorhersehbar ist, und die es nicht schafft, sich von der Menge der „Wettkampf-Geschichten“ abzuheben.
(Meine Lieben, das gilt nur für diesen Band! Wie gesagt, ich glaube, dass das Finale spektakulär wird.)
Darum vergebe ich 3 von 5 Sternen, auch wenn mir das etwas schwerfällt.

Der Wolf hat kein Mitleid mit dem Lamm.

Der Sturm bittet die Ertrinkenden nicht um Vergebung.

 - Mantra der Roten Kirche


~Pauline

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen