13. Juni 2018

Rezension: Die Wölfe von Mercy Falls (I)


„Einen glücklichen Tag, für jedes fallende Blatt das man fängt.“ Seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern.


Titel:

Nach dem Sommer

Originaltitel:

Shiver

Autor:

Maggie Stiefvater

Genre:

Fantasy, Romantasy

Ausgabe:

Deutsches Hardcover (vergriffen, es wird nur noch als Taschenbuch verkauft)

Seiten:

421

Preis:

9,95 € (für das TB)

Erschienen:

10.03.2014

Verlag:


Klappentext:

Jeden Winter wartet Grace darauf, dass die Wölfe nach Mercy Falls zurückkehren – und mit ihnen der Wolf mit den goldenen Augen. Ihr Wolf.
Ganz in der Nähe und doch unerreichbar, lebt Sam ein zerrissenes Leben: In der Geborgenheit seines Wolfsrudels trotzt er Eis, Kälte und Schnee, bis die Wärme des Sommers ihn von seiner Wolfsgestalt befreit.
Es ist September, als Grace und Sam sich verlieben. Doch jeder Tag, der vergeht, bringt den Winter näher – und mit ihm den endgültigen Abschied.

Meinung:

Wenn es um Maggie Stiefvater geht, scheinen die Meinungen auf Bookstagram gespalten zu sein. Ich habe immer wieder gelesen, dass jemand Probleme mit ihrem Schreibstil hatte oder nicht richtig ins Buch reinkam.
Deswegen war ich am Anfang ein wenig skeptisch, aber weil ich Nach dem Sommer schon seit Jahren lesen wollte, es im Internet super Bewertungen hatte und es bei Thalia im Angebot war, habe ich ihm dann doch eine Chance gegeben – und bin echt froh darüber!
Ich hatte mit ihrem Schreibstil überhaupt keine Probleme. Im Gegenteil, das er fesselt und lässt sich locker und schnell lesen.
Allerdings bleibt der Schreibstil auch bei Perspektivenwechseln gleich, was an sich ja nicht wirklich schlimm ist. Es passiert dann nur hin und wieder, wenn man den Namen überliest, dass man erst ziemlich spät merkt, aus wessen Sicht das Buch gerade geschrieben ist, zum Beispiel wenn ein Name genannt wird oder der Charakter über seine Vorlieben spricht.
In dieser Hinsicht sind Grace und Sam nämlich grundverschieden: Grace ist bodenständiger, sie interessiert sich nur für Fakten, wogegen Sam mehr für Musik und Lyrik übrig hat, was Grace wiederum nicht wirklich verstehen kann.
Aber auch die anderen Charaktere sind wirklich gut gelungen, vor allem Beck. Ich mochte ihn schon, bevor er das erste Mal aufgekreuzt ist – worüber ich mich echt gefreut habe.
Das ist bei Isabel oder zum Beispiel Jack nicht ganz so ausgeprägt, ich meine, klar habe ich eine Art Abneigung gegen Jack entwickelt, und auch ein Bisschen Mitleid mit ihm, und klar finde ich Rachel ganz lustig, aber ich finde trotzdem, dass Beck von allen Nebencharakteren am besten gelungen ist.
(Kurze Anmerkung am Rande: Ich. Will. Ein. Buch. Über. Sams. Kindheit!)
Den Plot des Buches finde ich wirklich gut: Ersteinmal sind die Werwölfe mal etwas anderes, weil sie sich nicht bei Vollmond sondern im Winter verwandeln, und weil sie nach ein paar Wintern einfach ein Wolf bleiben und nicht mehr Mensch werden.
Außerdem ist die Geschichte an sich einfach fesselnd: Grace beobachtet die Wölfe, seit sie ein Kind ist, Jahr um Jahr, bis sie Sam schließlich als Menschen trifft und sich in ihn verliebt. Ich meine, das Buch bleibt dadurch schon ziemlich vorhersehbar, aber es überrascht trotzdem mit ein paar unerwarteten Wendungen.

Fazit:

Nach dem Sommer ist luftig und flüssig zu lesen, aber nicht übertrieben klischeehaft oder kitschig.
Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

Ich schaute mir das Foto an, das sie mir hinhielt. Ein Wolf blickte mich daraus an, mit meinen Augen. Ruhig stand er im Wald und die Sonne ließ die Ränder seines Fells aufleuchten.


 ~Pauline

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen